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Québec Stadt

 

Ein paar Fotos und Worte über unsere Zeit vom 22. Oktober bis 3. November 2018 in der Hauptstadt von Québec, dem Zentrum des französisch-kanadischen Sprachgebrauchs - auch als Reiseführer zu lesen. Tipps zum Spaziergang durch die Altstadt, zum Erkunden der Umgebung und dem Besuch einer wirklich guten Spa. Wir verraten außerdem unser liebstes Café, erzählen wo es vegane Poutine gibt und von wo aus man die schönsten Blicke auf die Stadt bestaunen kann.

Québec Stadt ist nicht nur die Hauptstadt der Provinz Quebec, sondern auch eine der ältesten europäischen Städte in Nordamerika. Die von Samuel de Champlain im Jahr 1608 gegründete französische Siedlung ist mit ihren 531.000 Einwohner*innen mittlerweile zur zweitgrößten Stadt in Québec angewachsen. Neben historischen Gebilden, finden sich hier auch moderne Ansätze von internationaler Bedeutung, so sind unter anderem viele namenhafte Software und Computerspieleentwickler hier ansässig. Doch generell gilt, wer hier arbeiten möchte, muss französisch sprechen, da Quebec Stadt das Epizentrum des französisch-kanadischen Sprachgebrauchs ist.

 

 

Das Erlebnis Québec Stadt beginnt man am besten aus etwas Entfernung, möglichst vom anderen Ufer des St. Lawrence Rivers in Levis. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf die ansteigende Altstadt und das wohl

 

bekannteste Gebäude der Stadt, das historische Hotel Fairmont Le Château Frontenac. Bei dieser Gelegenheit kann man auch gleich das kleine Café Bonté Divine Lévis besuchen, welches direkt am Anleger der Fähre Kaffee und Süssgebäck verkauft. 

 

Vom Anleger in Québec Stadt kann man auf dem Fahrradweg direkt weiter radeln und am Wasser entlang die Aussicht auf den Hafen und die Altstadt geniessen. Die Stadt scheint fahrradfreundlich zu sein, allerdings sollte man sich der topografischen Gegebenheiten und der teils doch radikalen Anstiege im Vorfeld bewusst sein. Einige der Straßen die hinauf in das Viertel von Saint-Jean-Baptiste führen, haben selbst mich als Harzer Hanghuhn beeindruckt.

 

Québec Stadt ist ebenso wie Halifax keine riesige Stadt. Von unserem AirBnB waren wir innerhalb von 20 Gehminuten in der Altstadt und auf der Terrasse Dufferin, welche sich vor dem Château Frontenac erstrecken und einen wunderschönen Blick auf den St. Lawrence River erlauben. Da wir in Québec Stadt viel Zeit eingeplant hatten, konnten wir die Altstadt Straße für Straße erkunden ohne, wie viele der anderen Touristen, durch die Straßen hetzen zu müssen um dann wieder auf ihren Luxusdampfer oder den 5 Sterne Superliner Bus zu steigen. 

Die Altstadt Québec ist in die Ober (Haute-Ville)- und Unterstadt (Basse-Ville) aufgeteilt. Um die Unterstadt zu erreichen, kann man entweder Treppen steigen oder eine Standseilbahn benutzen. So oder so gelangt man direkt auf eine der schönsten Strassen Québec

die "Rue du Petit-Champlain“. Nachdem man auf mindestens 50 Urlaubsfotos fremder Menschen gelandet ist, kann man sich nun darauf freuen, etwas abseits des Trubels zurück in die Oberstadt zu laufen. Vorbei an alten Kanonen, welche die Rue Remparts säumen, kann man auf den historischen Pausenhof der ehemaligen Priesterschule flüchten und sich von der dortigen Sonnenuhr erinnern lassen, dass unsere Tage eh nur ein vorübergehender Schatten sind „DIES NOSTRI QVASI VMBRA”. Nach dieser aufheiternden Nachrichten braucht man etwas aufheiterndes für die Seele: Poutine! Dank Google findet man von diesem traditionellen Gericht aus Fritten, Bratensoße und Käse auch eine vegane Variate im Restaurant Chick Shack. 

Mit schwererem Magen aber glücklichem Herzen (langfristig wird das Herz von dieser Mahlzeit auch schwer-unglücklich) geht es zurück über die Rue Saint-Jean zu unserem AirBnB. Wer jetzt müde ist, kann sich einen Kaffee im La Maison Smith gönnen, mit etwas Glück mit Fensterplatz zum Leute gucken.

Wer keine Lust mehr auf Stadt hat, kann innerhalb von kurzer Zeit in den Central Park Quebecs flüchten, die Plains of Abraham. Einst Schlachtfeld im sieben jährigen Krieg zwischen Franzosen und Engländern, heute grüne Lunge und historisches Andenken der kanadischen Regierung. Die angrenzende Citadelle bietet zudem einen schönen Blick auf die Stadt und Umgebung. Wer das Glück hat und zu Halloween in die Plains gehen kann, darf sich über diverse Dekorationen und Gruselgeschichten aus Québec und Umgebung freuen. 

Wer sich in der kälteren Jahreszeit mal richtig was gönnen will und wie wir die müden Muskeln durchblubbern lassen möchte, kann mit dem Bus zur Siberia Station Spa fahren. Der Eintritt ist zwar teuer, aber die Saunalandschaft (abgesehen davon das es nicht textilfrei ist) ist wunderschön in den angrenzenden Wald eingebunden.  

Abschließend lässt sich sagen, dass wir gerne noch länger in Québec Stadt geblieben wären, da die Stadt  auf dem Berg mit seiner Altstadt und dem Wasser und den funkelnden Lichtern bei Nacht, mit den steilen Strassen und nicht endend wollenden Fußgängertreppen schon einen besonderen Reiz hat. Da der Arbeitsmarkt aber leider wenig für uns zu bieten hatte, mussten wir, trotz ersten Schneefalls, nochmal auf die Räder und weiter Richtung Montréal.

 

Text: Pascal

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara :) (Dienstag, 11 Juni 2019 21:33)

    Hi ihr Lieben, Quebec hat sich wohl auf jeden Fall gelohnt! Tolle Bilder von einem schönen Städtchen! Eine Stadt die ob seiner Steigungen selbst das Harzer Hanghuhn in erstaunen versetzt, alle Achtung ;) Nette Beschreibung, Pascal.
    Aber jetzt, nach einem halben Jahr ist bald Sommer... und ihr seid schon wieder im Schnee :( der Rockys
    Gute Fahrt ihr Zwei :*:*:*, trockene Straßen, Nächte ohne Frost & Bären!